Magdeburg (dpa/sa) - Journalisten haben beklagt, dass Sachsen-Anhalts Landesregierung zu oft schweigt und nur noch unregelmäßig den wöchentlichen Einladungen der Landespressekonferenz (LPK) folgt. Selbst am Dienstag nach dem Terroranschlag von Halle habe kein Regierungsvertreter teilgenommen, kritisierte der Vorstand der LPK in einem offenen Brief an Regierungssprecher Matthias Schuppe am Donnerstag. Das sei inakzeptabel. "Nach dem Anschlag in Halle hat die Welt auf Sachsen-Anhalt geschaut. Gerade in dieser Situation haben wir eine Positionierung der Landesregierung in der Landespressekonferenz erwartet."

Leider habe die Landesregierung in den vergangenen Monaten immer wieder die Einladungen der politisch berichtenden Journalisten ausgeschlagen, ihr politisches Handeln transparent zu machen. "Wir erinnern in diesem Zusammenhang daran, dass die Öffentlichkeit ein Recht auf Unterrichtung hat und gehen davon aus, dass dies weiterhin in der Landespressekonferenz geschieht."

Die Landespressekonferenz ist ein Zusammenschluss von Journalisten, die unter anderem zu Pressekonferenzen einlädt, etwa dienstags im Anschluss an die Kabinettssitzung. Vorsitzender der Landespressekonferenz ist der MDR-Hörfunkjournalist Jochen Müller, im Vorstand sind aktuell zudem je ein Vertreter von "Mitteldeutscher Zeitung", der Deutschen Presse-Agentur und des Evangelischen Pressedienstes.

Offener Brief der Landespressekonferenz Sachsen-Anhalt