Aschersleben (dpa/sa) - Die vier Kündigungen angehender Polizisten an Sachsen-Anhalts Fachhochschule der Polizei wegen Drogendelikten liegen schon Monate zurück. "Es sind im letzten halben Jahr Entscheidungen getroffen worden", sagte der Kanzler der Hochschule, Dirk Etzien, am Montag in Aschersleben. Konkrete Zeitpunkte nannte er nicht. Alle gekündigten Anwärter hätten sich gegen die Entscheidung der Hochschule gewehrt - ob mit einem Widerspruch oder direkt bei Gericht. Die Hochschule sei bislang aber in keinem Fall unterlegen, alle überprüften Entscheidungen hätten Bestand.

In der vergangenen Woche waren die Kündigungen publik geworden. Zudem sind drei aktuelle Disziplinarverfahren wegen Drogenvorwürfen anhängig. Im Raum steht der Verdacht von Drogenbesitz und -handel. Die Polizeidirektion Nord als ermittelnde Behörde hat bislang keine Angaben zur Art und Menge der Drogen, sowie weiteren Details gemacht, sondern bestätigte nur Ermittlungen gegen Studenten der Polizeihochschule.

Hochschulrektor Frank Knöppler sagte, er sei enttäuscht von den Vorwürfen gegen die Anwärter, aber nicht überrascht. Die Polizei sei ein Spiegelbild der Gesellschaft. An den Einstellungsverfahren und Abläufen an der Hochschule werde sich nichts ändern.