Thalheim (dpa/sa) - Das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt unterstützt die Errichtung eines neuen Solarzellen-Werkes in Thalheim (Bitterfeld-Wolfen) mit 22,5 Millionen Euro. Bereits im zweiten Quartal 2021 solle die Produktion zunächst mit mehreren Hundert Beschäftigten starten, teilte das Ministerium am Freitag mit. Das Werk wird von der Schweizer Meyer Burger Technology AG aufgebaut.

"Die Krise der Solarindustrie vor mehr als zehn Jahren hat das Solar Valley lange geprägt", sagte Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) am Freitag. Solche Großansiedlungen wie das Solarzellen-Werk belegten jedoch, dass sich das Bitterfelder Industriegebiet zu einem dynamischen Zukunftsort entwickelt habe. Das Solar Valley biete "alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Renaissance der Solarindustrie in Europa", schob Gunter Erfurt, Vorstandschef der Meyer Burger Technology AG, nach.

Das "Solar Valley" entstand vor 20 Jahren und galt als eines der größten Zentren der Solarindustrie Europas. Zahlreiche Firmen siedelten sich rund um den Branchenprimus Q-Cells an, bis zu 3500 Jobs gab es, auch dank üppiger Landesförderung. Dann sorgte die Konkurrenz billiger Solarmodule aus Asien für die Krise. Zahlreiche Unternehmen gingen pleite, auch Q-Cells. Es wurde 2012 vom südkoreanischen Konzern Hanwha übernommen. Die Fertigung der Solarzellen wanderte nach Asien ab, Forschung und Entwicklung blieben in Thalheim.

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