Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt werden die Kontaktregeln etwas gelockert, damit Familien einander bei der Kinderbetreuung unterstützen können. Von Montag an sei es erlaubt, die Kinder bis zu 14 Jahre von maximal zwei Haushalten zu betreuen, kündigte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Mittwoch an. Dabei werde darum gebeten, möglichst feste Betreuungsgruppen zu bilden.

Für die neue Regel gebe es auch einen logischen Grund, ergänzte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Der Bundesrat habe am Montag zugestimmt, dass die Zahl der Kinderkrankentage je Elternteil um zehn Tage aufgestockt wird. Damit soll Eltern die Kinderbetreuung ermöglicht werden, weil Schulen und Kitas derzeit im Notbetrieb sind. Da der Lockdown bis Mitte Februar verlängert werde, würden aber die zusätzlichen Kinderkrankentage nicht reichen, sagte Haseloff. Mit der erlaubten Nachbarschaftshilfe solle ermöglicht werden, trotzdem eine Betreuung zu organisieren.

In Sachsen-Anhalt gelten seit Anfang des Jahres besonders strenge Kontaktregeln: Zu einem Haushalt darf höchstens eine weitere Person kommen. Es gebe viele "Fallgestaltungen", bei denen das schwierig sei, räumte Ministerin Grimm-Benne ein. Das Land hält an der strengen Einschränkung fest, macht aber eine Ausnahme: Kinder unter drei Jahren werden nicht mitgezählt.

Sachsen-Anhalt gehört mit Thüringen, Sachsen und Brandenburg zu den Ländern mit dem stärksten Infektionsgeschehen. Mit dem verlängerten Lockdown sollen die Zahlen endlich deutlich gesenkt werden. Von Montag an gilt deshalb unter anderem die Pflicht, beim Einkaufen und in Bus und Bahn besser schützende FFP2- oder OP-Masken zu tragen.