Magdeburg (dpa/sa) - Nach der Bundeswehr schickt jetzt auch das Land Sachsen-Anhalt Personal, damit die Gesundheitsämter in den Kommunen die Corona-Lage bewältigen können. Derzeit hätten sich bereits rund 80 Freiwillige aus der Landesverwaltung für diese Aufgabe gemeldet, sagte Regierungssprecher Matthias Schuppe am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Sie würden zugeteilt - je nachdem, welchen konkreten Bedarf die Kommunen anmeldeten. Im Gegenzug erwarte die Regierung, dass die Kommunen ihre Gesundheitsämter mit eigenem Personal verstärkten.

Am Montag hatte der Landkreistag kurzfristige personelle Unterstützung vom Land gefordert. Der Spitzenverband der Kreise begründete das mit zusätzlichen Aufgaben durch die für den ganzen November verschärften Corona-Regeln.

Bis Anfang Dezember sind auch rund 60 Soldatinnen und Soldaten in den Gesundheitsämtern im Einsatz, wie das Landeskommando mitteilte. Sie helfen in elf Kreisen und kreisfreien Städten. Nur Magdeburg, der Burgenlandkreis und der Altmarkkreis Salzwedel haben derzeit keine Bundeswehr-Unterstützung.

Ein Großteil der Soldatinnen und Soldaten helfe bei der Verwaltungsarbeit, rund 20 Männer und Frauen aus dem Sanitätsregiment bei Abstrichen für Corona-Tests. Die Kommunen können die Unterstützung bei der Bundeswehr beantragen und bekommen seit Monaten Helfer zur Seite gestellt.

Die von Bund und Ländern verabredeten Maßnahmen sehen bundesweit sowohl strenge Kontaktbeschränkungen als auch ein weitgehendes Ruhen des Tourismus-, Gastronomie-, Kultur- und Freizeitbetriebs vor. In Sachsen-Anhalt können erstmals Bußgelder für Maskenverweigerer verhängt werden. Mit den Maßnahmen sollen die Kontakte der Menschen reduziert werden, um die deutlich gestiegene Zahl der Corona-Neuinfektionen wieder zu senken.

Der Landesverband der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst weist seit Monaten darauf hin, dass die Gesundheitsämter angesichts der Aufgaben in der Corona-Pandemie mehr Personal bräuchten.