Berlin (dpa) - Die Linke will mehr Ostdeutsche an die Spitze von Ministerien, Ämtern und anderen Bundesbehörden bringen. In einem Antrag, der am Freitag im Bundestag beraten wird, fordert die Fraktion, die bereits im Grundgesetz festgelegte Quote wirklich durchzusetzen. Artikel 36 des Grundgesetzes regelt, dass bei den obersten Bundesbehörden Beamte aus allen Ländern "in angemessenem Verhältnis" eingesetzt werden sollen. Es gehe also nicht um eine neue Quote, sondern um die Einhaltung der bestehenden, sagte der Ostbeauftragte der Fraktion, Matthias Höhn, am Dienstag.

Diskutieren könne man noch darüber, wer als Ostdeutscher gelte, ob dafür beispielsweise Wohn- oder Geburtsort zählten. Die Linke will die Regelung außerdem nicht nur auf Beamte, sondern auch auf Angestellte anwenden. "Für eine wirkliche deutsche Einheit müssen sich die Menschen aus allen Bundesländern anerkannt und vertreten fühlen - in unteren Positionen von Verwaltungen und an ihrer Spitze", heißt es in dem Antrag. Die derzeitige westdeutsche Dominanz trage zur Verdrossenheit im Osten bei.

Antrag Linksfraktion