Magdeburg (dpa/sa) - Die Landtags-Untersuchungen von auffälligen Vorgängen rund um Großspieler bei Lotto Sachsen-Anhalt biegen auf die Zielgerade ein. Am Freitag verständigten sich die Mitglieder des Untersuchungsausschusses auf die letzten Zeugen, die gehört werden sollen, wie Gremien-Chef Andreas Steppuhn (SPD) sagte.

Für die nächste reguläre Sitzung Mitte Dezember sind unter anderem erneut die frühere Betreiberin des auffälligen Lotto-Ladens in Zerbst sowie ein früherer Beteiligungsmanager des Landes geladen. Bei einer zusätzlichen Sitzung sollen Innenminister Holger Stahlknecht (CDU), das ehemalige Aufsichtsratsmitglied und Ex-Vizevorstand der Norddeutschen Landesbank, Hinrich Holm, sowie die entlassene Lotto-Chefin selbst gehört werden.

Wenn das Corona-Geschehen es zulasse, solle die zusätzliche Sitzung noch im Dezember eingeplant werden, sagte Steppuhn. Andernfalls könnte die Beweisaufnahme im Januar beendet werden. Damit könnte der Abschlussbericht noch vor der Wahl im Sommer im Landtag diskutiert werden, so Steppuhn. "Es ist ambitioniert, aber machbar."

Der U-Ausschuss war im vorigen Sommer von der oppositionellen AfD beantragt und eingesetzt worden. Er sollte dem Verdacht von Geldwäsche sowie möglicher Vetternwirtschaft bei der Jobvergabe nachgehen. Diese Vorwürfe erhärteten sich laut Ausschuss-Chef Steppuhn bisher nicht. Aufgearbeitet wurde stattdessen, dass mehrere Großspieler in Zerbst Millionengewinne mit der Sportwette Oddset erzielen konnten. Das war auch möglich, weil die landeseigene Lotto-Gesellschaft dem Laden das wöchentliche Spiellimit erhöhte.

Mehrere Prüfungen von Behörden und Spezialisten stellten fest, dass die Lotto-Führung zuständige Stellen nicht ausreichend über die Vorgänge informiert hat, um die Spieler zu stoppen. Vor wenigen Wochen wurden die beiden Lotto-Geschäftsführer abberufen. Der Zerbster Laden wurde schon Anfang des Jahres für Lotto gesperrt.