Düsseldorf/Magdeburg (dpa/sa) - Magdeburg muss den millionenschweren Auftrag für einen Brückenzug über die Elbe neu vergeben. Das hat das Oberlandesgericht in Düsseldorf am Mittwoch entschieden. Laut Beschluss muss die Stadt erneut entscheiden, welcher der bisherigen Bieter den Auftrag bekommt. Dabei sei die Rechtsauffassung des Oberlandesgerichts zu berücksichtigen, so das Gericht.

Bei dem seit vielen Jahren geplanten Bauprojekt geht es um die Sanierung der bestehenden Strombrücke, die zudem um eine Konstruktion mit Schrägseilen verlängert werden soll. Damit soll die flutgeschädigte Anna-Ebert-Brücke ersetzt werden. Die jetzige Elbquerung ist eine wichtige Verkehrsader. Wegen des Flutschadens kommt das Geld für den Neubau aus den Hochwasserhilfen des Bundes. Beantragt sind laut Verkehrsministerium 153 Millionen Euro, davon ist gut ein Drittel wegen des Bieterstreits noch nicht bewilligt worden.

Der Vergabezoff verzögert auch den Bau. Vor einem Jahr war ein unterlegener Bewerber erfolgreich gegen die Vergabe vorgegangen, weil aus seiner Sicht der Gewinner nicht alle Vorgaben der Ausschreibung erfüllt hatte. Das wollten die ursprünglich ausgewählten Bieter nicht akzeptieren und schalteten das Düsseldorfer Gericht ein. Dort wiesen die Richter die Beschwerde gegen den Vergabestopp ab und ordneten die erneute Entscheidung an. Nun ist das Bieter-Rennen wieder offen.

Magdeburg will sich erst äußern, wenn der Stadt das Urteil schriftlich vorliegt, wie eine Sprecherin am Nachmittag sagte. Wann die Bauarbeiten starten können und wie sich die Kosten angesichts rasant steigender Baupreise entwickeln, bleibt zunächst offen.

Beschuluss der 2. Vergabekammer des Bundes zum Vergabestreit vom 18. April 2018