Magdeburg/Halle (dpa/sa) - Rund 400 leere Koffer und fast zwei Dutzend hupende Busse: Mit einer Mahnwache auf dem Magdeburger Domplatz und einem Konvoi durch die Stadt haben Vertreter der Reisebranche in Sachsen-Anhalt am Mittwoch auf ihre durch das Corona-Virus bedingte Notlage aufmerksam gemacht. "Wir brauchen dringend ein staatliches Rettungspaket, damit wir überleben können", sagte Christian Engelhardt von der Arbeitsgemeinschaft regionale Reisebüros und Veranstalter.

In Halle versammelten sich Betroffene aus der Reisebranche auf dem Marktplatz. Die Aktionen fanden im Rahmen des bundesweiten Aktionsbündnisses "Wir zeigen Gesicht! Rettet die Reisebüros - rettet die Touristik!" statt. Gefordert werden eine finanzielle Soforthilfe, die zeitnah ausgezahlt werden und nicht rückzahlbar sein sollte. Diese Finanzhilfe könne beispielsweise in Form eines Notfallfonds bereitgestellt werden, der speziell für die Tourismuswirtschaft, einschließlich der Reisebüros eingerichtet werde.

"Wir brauchen auch eine richtungsweisende und verantwortungsvolle Exit-Strategie mit klaren Perspektiven", so Engelhardt. Mögliche Reiseziele in der laufenden Saison könnten die deutschen Länder, aber eventuell auch Österreich oder die Niederlande sein. Nach den jüngsten vorliegenden Zahlen des Statistischen Landesamtes aus dem Jahr 2017 gibt es zwischen Arendsee und Zeitz gut 240 Reisebüros und -veranstalter sowie weitere Vermittlungsbetriebe. Sie beschäftigen gut 1300 Menschen.