Wittenberg/Eisleben (dpa/sa) - Die kulturhistorische Ausstellung zum Thema Maria hat nach Angaben der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt ein neues Klientel nach Wittenberg gelockt. "Die Schau mit einem eigentlich katholischen Thema am Ursprungsort der Reformation war ein Wagnis. Damit haben wir Neuland betreten", sagte der Direktor der Stiftung, Stefan Rhein, zum Ende der Schau am Sonntag. Es sei aber gelungen, etwa katholische Gemeinden aus Süddeutschland anzusprechen, die auch noch nie in Wittenberg waren.

Unter dem Motto "Verehrt. Geliebt. Vergessen. Maria zwischen den Konfessionen" wurden seit April rund 120 Exponate im Wohnhaus Martin Luthers (1483-1546) gezeigt. Skulpturen, Bilder, Grafiken und Schriften aus dem 15. und 16. Jahrhundert von 50 Leihgebern aus dem In- und Ausland gehörten dazu. Den Angaben zufolge wurden seit April rund 5000 Besucher gezählt.

Luther hatte der Überlieferung nach in Wittenberg am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche an die Tür der Schlosskirche geschlagen. Das Ereignis gilt als Auslöser der weltweiten Reformation in Kirche und Gesellschaft. Laut Rhein sollte mit der Schau nicht das Trennende, sondern vor allem das Verbindende hervorgehoben werden. Luther selbst habe das Thema Maria sehr beschäftigt.

Mit Blick auf die weitere Arbeit der Stiftung sagte Rhein, es gelte die Lutherstätten weiter als außerschulische Lernorte zu stärken. So ist 2020 in Eisleben, wo Luther 1483 geboren wurde und 1546 auch starb, eine große Ausstellung geplant. Es gehe im Kern um das Thema Sprache und Sprechen. "Von Luther bis zu Fake News spannen wir den Bogen", sagte er. Hintergrund ist, dass der Reformator deutliche und auch deftige Worte benutzte. Die Wirkung von Worten sei bis heute von großer Bedeutung.

Ausstellung

Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt