Magdeburg (dpa/sa) - Der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst ist bei den sachsen-anhaltischen Landtagsfraktionen auf Unterstützung, aber auch Bedenken gestoßen. "Ich weiß auf der einen Seite, dass der Tarifabschluss für Sachsen-Anhalt enorme Herausforderungen bei den Personalkosten bedeutet. Ich persönlich kann es aber nicht schlecht finden, wenn jetzt die Tarifsteigerungen dafür sorgen, dass Erzieherinnen und Angestellte in Verwaltungen gut verdienen", sagte die SPD-Faktionsvorsitzende Katja Pähle am Mittwoch in Magdeburg.

CDU-Fraktionschef Siegfried Borgwardt sprach von einem überraschend hohen Abschluss, der dem Finanzminister Kopfzerbrechen bereiten werde. Was der Abschluss für die Neuregelung des Kinderförderungsgesetzes bedeute, müsse man noch sehen.

Linken-Fraktionschef Thomas Lippmann erinnerte an eine Zeit von Reallohnverlusten zwischen den 1990er Jahren und dem Anfang des aktuellen Jahrzehnt. Jetzt handele es sich um Nachholprozesse. "Das ist alles bezahlbar", sagte Lippmann.

Arbeitgeber und Gewerkschaften hatten sich in der Nacht auf eine Lohnerhöhung von 7,5 Prozent bei 30 Monaten Laufzeit für die 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen geeinigt. Die Erhöhung soll in drei Stufen erfolgen. Das Gesamtpaket bedeutet für die Kommunen ein Kostenvolumen über die gesamte Laufzeit von insgesamt 7,5 Milliarden Euro, für den Bund von 2,2 Milliarden Euro.