Halle (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt haben mehr Unternehmen Insolvenz angemeldet. Die Amtsgerichte registrierten im ersten Halbjahr 221 Anträge auf ein entsprechendes Verfahren, wie das Statistische Landesamt am Montag in Halle mitteilte. Das seien 2,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Baubranche war laut Mitteilung mit 43 Insolvenzen am meisten betroffen. Gut zwei Drittel aller zahlungsunfähigen Unternehmen bestanden weniger als acht Jahre.

Bundesweit ging die Zahl der Unternehmenspleiten laut Berechnungen des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) hingegen zurück. Die Forscher werten noch vor den staatlichen Statistikern die Register der Amtsgerichte aus und melden für ganz Deutschland Monat für Monat niedrigere Insolvenzzahlen. Allerdings waren davon laut IWH deutlich mehr Beschäftigte betroffen als im Vorjahreszeitraum.

Insgesamt wurden in Sachsen-Anhalt zwischen Januar und Juni rund 1500 Anträge von zahlungsunfähigen Betrieben, Verbrauchern und Co. gemeldet. Das waren 12,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Den größten Anteil bilden überschuldete Verbraucherinnen und Verbraucher. Rund 1050 von ihnen meldeten laut Statistischem Landesamt Insolvenz an. Das waren 13,7 Prozent weniger als zwischen Januar und Juni 2019. Bei früheren Selbstständigen ging die Zahl der gemeldeten Fälle um 15,3 Prozent auf 268 zurück.

Um eine Pleitewelle durch die negativen Folgen der Corona-Pandemie zu verhindern, hat die Bundesregierung die strengen Regeln zur Anmeldung einer drohenden Zahlungsunfähigkeit bis Ende September deutlich gelockert. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Insolvenzen nach der Rückkehr zu den alten Regeln steigt.

Aktuelle Mitteilung zu Insolvenzen im ersten Halbjahr des Statistischen Landesamts