Berlin (dpa) - Drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung hat Kanzlerin Angela Merkel die Menschen in Ost und West dazu aufgerufen, aufeinander neugierig und miteinander im Gespräch zu bleiben. Das sei wichtig, weil es zwar "unglaubliche Erfolgsgeschichten" und "viel Gelungenes" gebe, sagte Merkel am Samstag in ihrem Video-Podcast. "Aber wir sind noch nicht am Ende des Weges."

Merkel wird an diesem Montag Mitglieder der Kommission "30 Jahre friedliche Revolution und Deutsche Einheit" treffen. Diese will in den kommenden Monaten unter anderem bundesweit 16 Bürgerdialoge organisieren.

Die Kanzlerin sagte, sie wünsche sich, dass darüber hinaus möglichst viele Bürger aus Ost und West die Gelegenheit suchen, miteinander ins Gespräch zu kommen. "Denn viele Jahre Leben in der ehemaligen DDR, in einer Diktatur, aber auch durchaus ein reichhaltiges, erlebnisreiches Leben, das steckt man nicht einfach weg, sondern darüber muss man sprechen."

Der Leiter der Kommission, Brandenburgs früherer Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), sagte, die friedliche Wiedervereinigung erfülle ihn zwar nach wie vor mit großer Dankbarkeit. "Gleichzeitig sehe ich aber auch sehr deutlich, dass sich die seinerzeitigen großen, vielleicht zu großen Hoffnungen längst nicht für alle erfüllt haben." Verletzungen und Enttäuschungen wirkten teils bis heute nach. Er wünsche sich, dass die Deutschen "wieder stärker miteinander, statt übereinander sprechen".

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