Magdeburg (dpa/sa) - Ein Bett, eine warme Mahlzeit - für viele wohnungslose Menschen im Land ist das nicht selbstverständlich. Etliche soziale Einrichtungen und Städte bieten den Bedürftigen einen vorübergehenden Unterschlupf oder ein Essen an. Der milde Winter führte mancherorts dazu, dass weniger Obdachlose die Hilfen in Anspruch annahmen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

In den Unterkünften in Magdeburg ging die Betten-Auslastung im zurückliegenden Winter stark zurück. Von Oktober 2019 bis Februar 2020 waren durchschnittlich rund 40 Prozent der Schlafplätze belegt, wie die Stadt mitteilte. Im gleichen Vorjahreszeitraum lag die Auslastung bei fast 60 Prozent.

Die Schlafplätze seien an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr geöffnet, erklärte eine Stadtsprecherin. Betreuer und Sozialarbeiter versuchen, die Betroffenen zu unterstützen und ihnen aus der Obdachlosigkeit herauszuhelfen. Zwangsräumungen seien nur ein Grund, warum Menschen ihre Wohnung verlieren würden. Die Zuständigen versuchen daher, Betroffenen bereits vorher mit Beratungen zu helfen. So soll verhindert werden, dass es erst zur Obdachlosigkeit komme, hieß es.

Die Diakonie Mitteldeutschland bietet in verschiedenen Orten - von Sangerhausen bis Wittenberg - wohnungslosen Menschen Hilfe an. "Wir haben vor allem niedrigschwellige Angebote", sagte Diakonie-Sprecher Frieder Weigmann in Halle. Neben Beratungen und Essensausgaben gebe es aber auch Betten. Diese seien jedoch unabhängig vom Wetter belegt. Denn meist handle es sich bei den in Not geratenen Menschen nicht um dauerhaft Obdachlose, sondern um Bedürftige, die etwa wegen einer Zwangsräumung die Notquartiere bräuchten.

Die Bahnhofsmission in Dessau-Roßlau habe trotz des milderen Winters gut zu tun, sagte eine Helferin. Die Ehrenamtlichen würden Menschen in Notsituationen mit Essen und Getränken versorgen. Das werde auch unabhängig vom Wetter gebraucht. Obdachlose Menschen würden an Notunterkünfte vermittelt.

Nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe sind deutschlandweit Hunderttausende Menschen wohnungslos. Die Zahl der Obdachlosen stieg demnach in den vergangenen Jahren an.