Magdeburg (dpa/sa) - Für den Strukturwandel in der Kohleregion im Süden Sachsen-Anhalts hat das Energieministerium vier konkrete Projekte vorgeschlagen. Ziel sei, aus dem Kohlerevier eine Modellregion der Erneuerbaren Energien zu machen, teilte das Ministerium am Donnerstag mit. Die Bundesregierung erstellt derzeit eine Liste mit "Leuchtturmprojekten", die in einem Maßnahmenpaket für den Strukturwandel in den betroffenen Regionen gebündelt werden sollen. Die Beratungen dazu im Kabinett hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor Kurzem von April auf Mai verschoben.

Sachsen-Anhalts Energieministerin Claudia Dalbert (Grüne) schlägt unter anderem vor, das Mitteldeutsche Revier zu einer Wasserstoffmodellregion zu machen. Regional erzeugter Strom aus Sonne und Wind soll für Erzeugung, Speicherung und Transport von Wasserstoff genutzt werden - aus Dalberts Sicht ein wichtiger Baustein der Energiewende. Weitere Projektvorschläge drehen sich um den Aufbau einer nachhaltigen Energieinfrastruktur, die touristische Nutzung alter Bergbaugebiete und eine Stärkung der Holzwirtschaft.

Die Pläne des Bundes sehen vor, dass die vom Braunkohleausstieg betroffenen Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen bis zum Jahr 2038 eine Fördersumme von insgesamt 40 Milliarden Euro erhalten. 14 Milliarden davon sollen den Ländern als direkte Finanzhilfen zufließen, der Rest in Form von "weiteren Maßnahmen zugunsten der Braunkohleregionen".