Magdeburg (dpa/sa) - Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat vor dem Hintergrund des Anschlags von Halle an den Zusammenhalt der Gesellschaft appelliert. "Wir müssen wachsam sein und unsere Stimme erheben gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit", sagte er laut einem vorab verbreiteten Text zum Neujahrsempfang der Landesregierung am Mittwoch in Magdeburg. Dazu waren rund 500 Gäste und Diplomaten aus 46 Ländern eingeladen.

Am 9. Oktober 2019 hatte ein antisemitisch und rechtsextremistisch motivierter Attentäter versucht, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur die mit mehr als 50 Gläubigen besetzte Synagoge in Halle zu stürmen. Als das scheiterte, erschoss der 27-jährige Deutsche vor dem Gotteshaus eine Passantin. Kurz darauf tötete er einen jungen Mann in einem Dönerladen. Auf seiner Flucht verletzte der Attentäter zwei Menschen in einem Ort im Saalekreis.

Mit Blick auf die weitere Entwicklung des Landes sagte Haseloff: "Vor uns liegen große Chancen und Herausforderungen". So müssen beim geplanten Ausstieg aus der Braunkohle auf die Wettbewerbsfähigkeit der energieintensiven Industrien geachtet und zugleich attraktive Bedingungen für Innovationen und Investitionen in der Region geschaffen werden, betonte er. Für 2019 zog der Regierungschef eine positive Bilanz. Die Arbeitslosigkeit sei erneut gesunken. Sachsen-Anhalt sei ein attraktiver Standort für Unternehmen. Fachkräfte und Auszubildende hätten sehr gute Berufschancen.