Chemnitz/Kabelsketal (dpa) - Die Sicherheit an Hochspannungsleitungen könnte künftig digital überprüft werden. Der ostdeutsche Netzbetreiber Mitnetz testet Ende Januar im Südraum von Leipzig die Leitungsbefliegung mit Drohnen. Wie das Unternehmen mit Sitz in Kabelsketal (Sachsen-Anhalt) am Dienstag mitteilte, würden dabei mit der Drohne Bilder von Seilen, Masten und Traversen aufgenommen. Die Aufnahmen würden dann mit Hilfe einer Software automatisiert und mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausgewertet, um selbstständig Schadensfälle zu erkennen.

Bislang werden die 110-Kilovolt-Leitungen mit einer Länge von rund 3000 Kilometern in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg zweimal pro Jahr aus der Luft ausschließlich durch Flüge mit Hubschraubern überwacht. Dabei überprüft ein Experte die Masten und Leitungen visuell und mit Fotos auf Beschädigungen und Gefährdungen. Über die Freileitungen wird der Strom zwischen Umspannwerken verteilt. Haushalte bekommen den Strom über Niederspannungsnetze.

Perspektivisch wolle man neben dem Einsatz von Hubschraubern den automatisierten Einsatz von Drohnen etablieren, sagte Projektleiter Jens Hache. "Denn mit dem Einsatz von Drohnen können wir zukünftig, sobald die Technik zuverlässig funktioniert, automatisierter, objektiver und effizienter unsere Leitungen inspizieren."

Mitnetz ist eine Tochtergesellschaft der in Chemnitz ansässigen envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM). Das Unternehmen betreut ein Gesamtstromnetz von rund 74 000 Kilometern in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.