Magdeburg (dpa/sa) - Die aktuelle Debatte um die Asylpolitik darf aus Sicht von Sachsen-Anhalts Integrationsbeauftragter Susi Möbbeck (SPD) nicht zulasten der Bemühungen um das gute Zusammenleben mit Migranten gehen. "Bei all der Aufgeregtheit, die es im Moment flüchtlingspolitisch bundesweit gibt, besteht die Gefahr, dass diese Aufgabe der Integration, die eine Daueraufgabe einer vielfältigen Gesellschaft ist, aus dem Blick gerät. Das darf nicht passieren", sagte Möbbeck am Donnerstag in Magdeburg.

Sie kritisierte deutlich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), der sich auch gegen den Kurs der Bundeskanzlerin und für eine Verschärfung der Migrationspolitik einsetzt. An einem Integrationsgipfel im Kanzleramt hatte Seehofer am Mittwoch nicht teilgenommen. Möbbeck sagte dazu: "Der für die Integrationsfrage zuständige Bundesinnenminister betreibt aus meiner Sicht an dieser Stelle Integrationsverweigerung, wenn er nicht am Integrationsgipfel mit der Bundeskanzlerin teilnimmt und stattdessen sich nur auf das Thema einer restriktiven Flüchtlingspolitik an den Außengrenzen fokussiert."

Möbbeck, die Staatssekretärin im Sozialministerium ist, ergänzte: "Die Frage der Integration, des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft ist am Ende das Thema mit der weitaus größeren Bedeutung für die Zukunft unseres Landes, eben auch für das friedvolle Zusammenleben in unserem Land."