Gera (dpa) - Die bei Razzien in Thüringen und Sachsen-Anhalt festgenommenen drei mutmaßlichen rechten Gewalttäter aus der Fußball-Szene sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Sie seien in verschiedenen Thüringer Gefängnissen untergebracht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. So solle verhindert werden, dass sie sich im Zuge der gegen sie laufenden Ermittlungen absprechen könnten.

Die drei Männer im Alter von 26 bis 28 Jahren waren am Dienstag in der Region Saalfeld-Rudolstadt sowie in Halle/Saale nach Durchsuchungen festgenommen worden. Sie stehen nach Angaben der Polizei im Verdacht, eine kriminelle Vereinigung gegründet zu haben. Nach früheren Polizeiangaben werden sie der Hooligan-Szene um den insolventen Fußballclub Rot-Weiß Erfurt zugerechnet. Sie seien zudem aktive Kampfsportler und bei der Polizei bereits als rechte Straftäter bekannt.

Laut dem Sprecher der Geraer Staatsanwaltschaft soll das Verfahren gegen die drei innerhalb der nächsten Monate abgeschlossen werden. Zuvor müssten allerdings noch die Datenträger ausgewertet werden, die bei den Durchsuchungen sichergestellt worden seien. Mehr als 100 Polizisten hatten am Dienstag in Halle/Saale, Erfurt, Sondershausen, Kirchheim sowie in der Region Saalfeld-Rudolstadt mehrere Objekte durchsucht.

Im vergangenen Jahr hatte es unter anderem zwei Überfälle auf Fans des Fußballvereins FC Carl Zeiss Jena in Saalfeld-Gorndorf und Gotha gegeben, die der gewalttätigen Fanszene um Rot-Weiß Erfurt zugerechnet werden. Fans des FC Carl Zeiss Jena gelten als politisch eher linksorientiert.