Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Exakt vor 100 Jahren ist ein völlig neuartiges Flugzeug in den Himmel über Dessau gestiegen. Am 25. Juni 1919 startete erstmals ein Flugzeug des Typs Junkers F 13. An dieses Datum wurde am Dienstag in Dessau feierlich erinnert.

Die vom Flugzeugpionier Hugo Junkers gebaute Maschine war das weltweit erste Ganz-Metall-Verkehrsflugzeug. Sie gilt als Wegbereiterin für die zivile Luftfahrt. Seit 2016 wird die Junkers F 13 in der Schweiz wieder in Kleinserie gebaut, wie ein Sprecher der Junkers Flugzeugwerke AG sagte. Hauptaktionär der Firma sei ein deutscher Unternehmer.

In Dübendorf bei Zürich erfolge die Endmontage. Das Flugzeug sei zwar originalgetreu, aber an die heutigen Standards angepasst, etwa was die Instrumente und das Fahrwerk betreffe. "Das Flugzeug muss alltagstauglich sein", sagte der Sprecher. Kunden seien flugbegeisterte Sammler aber auch Firmen, die Rundflüge oder Safaris anbieten. So ein Flug sei ein sehr beschauliches Erlebnis.

Zum 100. Erstflug-Jubiläum kehrte die F 13 nach Dessau zurück. Trotz brütender Hitze stieß das Flughafenfest mit Rundflügen über Dessau-Roßlau auf reges Interesse. Bei einer Zeremonie mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Reiner Haseloff wurde der Flugzeugkonstrukteur und Unternehmer Hugo Junkers geehrt. Zuvor wurde an der Muldebrücke ein Denkmal enthüllt. Es zeigt das Firmenlogo mit dem Ikarus.

Ein weiteres Junkers-Flugzeug hat bis heute Legenden-Status: "Tante JU", die Junkers 52. Der Nordrhein-Westfale Junkers hatte Dessau zu seiner zweiten Heimat gemacht. In seinen Werken baute er Flugzeuge. Den Nazis war er wegen seiner liberalen Gesinnung ein Dorn im Auge. Sie enteigneten ihn 1933. Die Junkers Werke in Dessau wurden zu einem der größten Rüstungsproduzenten im Dritten Reich.

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