Magdeburg (dpa/sa) - Nach der Verurteilung eines Pfarrers aus der Westaltmark wegen sexueller Nötigung hat die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) "erhebliche Konsequenzen" für den Mann angekündigt. Das gegen den 59-Jährigen eingeleitete Disziplinarverfahren werde wieder aufgenommen, sobald ein rechtskräftiges Urteil vorliege, erklärte Oberkirchenrat Michael Lehmann, Personaldezernent der EKM, am Mittwoch in Magdeburg. "Unser Mitgefühl gilt der geschädigten Frau, die Bedrohung und Demütigung erfahren hat und in einer schrecklichen Gefahr schwebte."

Das Landgericht Stendal hatte den Pfarrer Ende Oktober zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Er soll seine Ex-Geliebte über Onlineportale an Männer vermittelt und dabei behauptet haben, dass die Frau Spaß an Vergewaltigungen habe.

Die Landeskirche hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Jahr 2016 ein Disziplinarverfahren eingeleitet. "Solche Disziplinarverfahren ruhen allerdings, bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt", erläuterte Lehmann. "Ist das Urteil rechtskräftig, werden wir zügig und konsequent handeln." Üblicherweise ziehe eine Verurteilung mit Freiheitsentzug ab einem Jahr bei der EKM eine Aberkennung der Ordinationsrechte und die Entfernung aus dem Pfarrdienst nach sich.