Magdeburg (dpa/sa) - Die Geflüchteten in der zentralen Erstaufnahme (Zast) in Sachsen-Anhalt müssen wegen weiterer Covid-19-Fälle länger in Quarantäne bleiben. Das Gesundheitsamt habe die Maßnahme für alle rund 850 Bewohner bis zum 21. April verlängert, teilte die Sprecherin des zuständigen Landesverwaltungsamts, Denise Vopel, am Donnerstagnachmittag mit. Inzwischen gibt es 44 nachgewiesene Fälle unter den Bewohnern. Das sind zwei mehr als zuletzt bekannt. Alle Erkrankten werden vom Zast-Gelände in Halberstadt in eine eigens hergerichtete Außenstelle nach Quedlinburg gebracht. So soll die Gefahr der weiteren Ausbreitung minimiert werden.

Wegen der angeordneten Quarantäne dürfen die Geflüchteten das Gelände der Zast nicht verlassen. Die beengte Situation sorgte zuletzt mehrfach für Tumulte. Nachdem einige Bewohner am Wochenende Quarantänezäune umgeworfen und ihr Essen zu Boden geworfen hatten, berichtet das Landesverwaltungsamt jetzt auch von ähnlichen Szenen aus der Außenstelle mit den Erkrankten in Quedlinburg.

Das Leben unter angeordneter häuslicher Quarantäne sei für alle Betroffenen belastend, so Sprecherin Vopel. Das gelte besonders in Gemeinschaftseinrichtungen. Persönlicher Frust und Verunsicherung seien nachvollziehbar, aggressives Verhalten jedoch inakzeptabel.

Die Berichte über die Tumulte und zu Boden geworfenes Essen träfen auch in der Bevölkerung auf Ablehnung, so Vopel weiter. Sachliche Anrufe und Mails würden ernst genommen. Beleidigungen und Hetze, die sich zuletzt auch gegen Beschäftigte des Landesverwaltungsamt richteten, würden nicht toleriert und bei der Polizei angezeigt.