Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt können Entschärfungsspezialisten des Landeskriminalamts (LKA) ein neues Einsatzfahrzeug nutzen. Das Land beschaffte einen Transporter im Wert von 150 000 Euro, wie das Innenministerium mitteilte. Er ersetzt ein 20 Jahre altes Modell. Der Transporter sei voll mit zuletzt modernisierter Technik, hieß es. Allein ein ferngesteuerter Roboter habe einen Wert von 350 000 Euro. Das Gerät könne sowohl die Umgebung nach verdächtigen Sprengmitteln erkunden als auch Dinge greifen und bearbeiten, während es aus sicherer Entfernung gesteuert werde.

Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) wollte das neue Fahrzeug am Montagnachmittag in Magdeburg übergeben.

Im LKA arbeiten laut Ministerium derzeit zehn Beamte als Entschärfungsspezialisten in der Abteilung für Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen. Sie werden gerufen, wenn beispielsweise Zigaretten-, Geld- und Fahrkartenautomaten von Kriminellen gesprengt wurden oder Extremisten selbstgebaute Sprengmittel einsetzen. So hatte unter anderem der Attentäter beim Terroranschlag von Halle vor einem Jahr zahlreiche selbstgebaute Granaten dabei und setzte sie auch ein.

Die Spezialisten können laut Innenministerium bei ihren Einsätzen neben dem Roboter unter anderem auch auf einen Bombenschutzanzug sowie ein Röntgensystem, einen Sprengstoffdetektor und ein Endoskop zurückgreifen, um die Zusammensetzung der Sprengvorrichtung zu analysieren. Das Land habe seit 2016 rund 178 Millionen Euro in neue Ausrüstung für die Landespolizei investiert.