Berlin (dpa) - Ein neues Kartenspiel soll an die Eroberung der Stasi-Zentrale vor 30 Jahren im damaligen Ost-Berlin erinnern. Die Entwicklung von "Stasi raus, es ist aus" wurde vom Stasi-Unterlagen-Archiv sowie dem Berliner DDR Museum gefördert, wie das Museum am Montag mitteilte. In dem Spiel sollen die Teilnehmer demnach als Stasi-Mitarbeiter möglichst viele Unterlagen vernichten. Durch diese Perspektive solle der Wert der Dokumente für die Aufarbeitung der Geschichte in den Blick gerückt werden, hieß es.

Das von Michael Geithner und Martin Thiele-Schwez (Playing Historie) entwickelte Spiel wird an diesem Donnerstag (11.00 Uhr) in Berlin in der früheren Stasi-Zentrale vorgestellt. Ab 15. Januar soll es im Shop des DDR-Museums erhältlich sein. Das Stasi-Unterlagen-Archiv hat dazu ein Begleitheft erarbeitet, das Methoden der Stasi erläutert.

Vor 30 Jahren, am 15. Januar 1990, retteten Demonstranten beim Sturm auf die Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg einen Großteil der Stasi-Unterlagen vor der Vernichtung. Von hier aus hatte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) als "Schild und Schwert der Partei" die Herrschaft der SED gesichert. In den Stasi-Zentralen der DDR-Bezirke hatten Bürgerrechtler bereits zuvor zahlreiche Papiere gesichert.

An dem Jahrestag besucht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das frühere Stasi-Ministerium. Er will sich an dem historischen Ort das Archiv mit den Stasi-Unterlagen und dessen Arbeit erläutern lassen und an einer Diskussion teilnehmen. Steinmeier wird vom Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, begleitet.

DDR-Museum

Begleitheft