Magdeburg (dpa/sa) - Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt wächst einem aktuellen Konjunkturausblick zufolge in diesem Jahr um 0,7 Prozent. Damit bleibt die Entwicklung voraussichtlich hinter dem bundesweiten Trend zurück, wie aus einer Prognose der Norddeutschen Landesbank hervorgeht. Für ganz Deutschland erwarten die NordLB-Volkswirte ein Plus von 1,1 Prozent. Derzeit sprächen alle wichtigen Frühindikatoren dafür, dass ein Absturz in die Rezession abgewendet sei. "Sachsen-Anhalt weist ebenfalls eine widerstandsfähige Konjunktur auf niedrigem Niveau auf."

Im Jahr 2019 zeigte sich der Analyse zufolge eine eher verhaltene Entwicklung bei Industrie und Dienstleistungen. Die Baubranche wuchs hingegen weiterhin kräftig. Beim Arbeitsmarkt zeigen sich laut NordLB "erste Bremsspuren". So sei die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zwar stabil, wachse anders als bundesweit aber nicht mehr. Bei den Löhnen und Gehältern zeigte sich bis zum Herbst allerdings ein Plus von 2,5 Prozent, das etwa mit der Entwicklung in ganz Deutschland (plus 2,7 Prozent) Schritt hält.

Im Ergebnis rechnen die NordLB-Volkswirte mit einem Anstieg von 0,4 Prozent und damit nur mit geringfügig weniger als die 0,5 Prozent für ganz Deutschland. Sachsen-Anhalt droht bei der wirtschaftlichen Entwicklung weiter zurückzufallen statt aufzuholen. Auch 2018 lag das Wachstum mit 0,9 Prozent unter dem Bundesschnitt von 1,4 Prozent.

Mit Blick auf die Branchen zeigte sich laut NordLB-Studie zuletzt ein durchwachsenes Bild. Die meisten der neun wichtigsten Industriezweige in Sachsen-Anhalt verzeichneten in den ersten drei Quartalen Umsatzeinbußen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das galt vor allem für den Maschinenbau (minus 6,4 Prozent). Die zwei größten Branchen im Land, Chemie (plus 5,7 Prozent) und Nahrungsmittelindustrie (plus 2,3 Prozent) konnten allerdings zulegen.

Einzelhandel und Tourismus meldeten leichte Umsatzzuwächse. Am kräftigsten ging es in Sachsen-Anhalt für den Bausektor nach oben: In den ersten neun Monaten 2019 stieg der Umsatz um 11,3 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Steigende Auftragseingänge weisen demnach darauf hin, dass die Entwicklung anhält. Das kräftige Umsatzplus im Bau gehe allerdings nicht mit einem Beschäftigungsaufbau einher. Zuletzt gab es im Herbst nur 0,5 Prozent mehr Jobs als im Vorjahr. Das weise auf den bestehenden Arbeitskräftemangel hin.