Berlin (dpa) - Die Verbraucher im Nordosten Deutschlands sind 2017 durchschnittlich an jedem siebten Tag vollständig mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt worden. "An 51 Tagen, das sind 14 Prozent, wurde der Strombedarf in unserer Regelzone, auch in Hamburg und Berlin, zu 100 Prozent aus regenerativer Erzeugung gedeckt", sagte der Chef des nordostdeutschen Stromnetzbetreibers 50Hertz, Boris Schucht, am Montag in Berlin.

Im Jahresdurchschnitt stammten 53,4 Prozent des verbrauchten Stroms in Ostdeutschland und Hamburg aus erneuerbaren Energien, vor allem dank der Windkraftanlagen. Weltweit gebe es keine Zone mit einem höheren Ökostrom-Anteil, stellte Schucht fest. Bundesweit lag der entsprechende Wert bei 36,1 Prozent.

Die Kosten für das Steuern von Überkapazitäten und Engpässen im 50Hertz-Netz betrugen 187 Millionen und lagen damit auf dem Vorjahresniveau (180 Mio Euro). Im Jahr 2015 war es noch doppelt so viel. Die Inbetriebnahme einer neuen Stromtrasse Anfang 2016 zwischen Sachsen-Anhalt über Thüringen nach Bayern habe die Lage verbessert.

Dank der sogenannten Südwest-Kuppelleitung könnten 5000 Megawatt Strom zusätzlich von Nordosten in den verbrauchsstarken Süden transportiert werden. Dadurch habe 50Hertz bis heute 306 Millionen Euro eingespart, indem man das Herauf- und Herunterfahren von Kraftwerken habe vermeiden können, erläuterte Schucht.

50Hertz News