Halle/Magdeburg (dpa) - Für Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) ist das Urteil gegen den Attentäter folgerichtig. Der Angeklagte habe während des gesamten Verfahrens nicht die kleinste Spur von Reue gezeigt. "Im Gegenteil: ihm fehlte jede Form der Empathie. Sein Auftreten war wirklich erschreckend", erklärte Wiegand am Montag. Die Stadt sei unmittelbar nach dem Anschlag zusammengerückt. "Das war kein kurzzeitiges Ereignis", sagte er. "Ich denke, aus so einer Tat erwächst in erster Linie eine Verantwortung. Und ich denke, die Stadt Halle und vor allem die Zivilgesellschaft sind dieser Verantwortung sehr gerecht geworden", sagte Wiegand.

Nach dem Attentat bleibe Halle eine Narbe. "Und diese Narbe wollen wir nicht verstecken. Sie wird uns erinnern und mahnen", sagte Wiegand mit Blick auf das Engagement der Zivilgesellschaft gegen Hass und Rechtsextremismus. Das Oberlandesgericht Naumburg hatte zuvor in Magdeburg den rechtsextremen Attentäter zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Die Richter sprachen den 28-Jährigen des zweifachen Mordes und des versuchten Mordes in weiteren zahlreichen Fällen schuldig und stellten außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ist damit so gut wie ausgeschlossen.