Halle/Leipzig (dpa) - Angesichts des angekündigten harten Corona-Lockdowns im Nachbarland Sachsen ab kommendem Montag setzt Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand auf ein abgestimmtes Handeln in Sachsen-Anhalt. "Das bedeutet zusätzlichen Verkehr von Menschen im Süden unseres Landes. Die aktuellen Maßnahmen reichen aus unserer Sicht nicht aus", sagte der parteilose Politiker am Mittwoch.

Er habe Kontakt mit dem Landrat des Saalekreises aufgenommen, berichtete Wiegand. "Wir sind uns einig, dass zumindest der Süden von Sachsen-Anhalt mit abgestimmten gemeinsamen Maßnahmen reagieren muss, um die Maßnahmen in Sachsen aufzufangen beziehungsweise sich möglicherweise diesen Maßnahmen auch anzuschließen."

Das Stadtoberhaupt betonte: "Ich halte es nicht für sinnvoll zu warten, bis wir eine Inzidenzzahl von 200 haben und tatsächlich an den Rand der Belastung in den Krankenhäusern kommen. Sondern ich halte es für wichtiger, einen präventives, gefahrenabwehrrechtliches Handeln hier vorzuschlagen." Der OB wies auf die stetig steigenden Infektionszahlen in der Stadt Halle und in ganz Sachsen-Anhalt hin. Die Krankenhäuser der Saalestadt versorgten eine steigende Zahl von Covid-19-Patienten.

Ein möglicher Einkaufstourismus von Sachsen nach Sachsen-Anhalt hatte am Vortag auch das Kabinett in Magdeburg beschäftigt. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hatte ihre große Sorge geäußert, dass viele Sachsen angesichts geschlossener Geschäfte nach Sachsen-Anhalt kommen könnten. Dafür müsse eine Regelung gefunden werden.