Magdeburg (dpa/sa) - Einzelhändler, Kulturschaffende, Gastronomen und weitere Dienstleister in Sachsen-Anhalt haben nach Monaten der coronabedingten Schließungen erstmals eine konkrete Aussicht auf Öffnung. In vier an bestimmte Infektionszahlen gekoppelten Schritten will die Landesregierung das tägliche Leben in fast allen Bereichen wieder hochfahren, wie der Chef der Staatskanzlei, Rainer Robra, nach einer Kabinettssitzung am Dienstag ankündigte. Der Öffnungsplan, den das Kabinett nächste Woche endgültig beschließen soll, sieht auch eine schrittweise Lockerung der Kontaktbeschränkungen vor.

Der erste Schritt soll demnach greifen, sobald die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen in Sachsen-Anhalt pro Woche und 100 000 Einwohner fünf Tage lang unter 50 liegt. Dann sollen etwa Treffen mit bis zu fünf weiteren Personen erlaubt werden, statt wie derzeit mit nur einer. Im Einzelhandel dürfen Verkäufer sich dann nach vorheriger Terminvereinbarung mit bis zu zwei Kunden zur Verkaufsberatung treffen. Auch Übernachtungen auf Campingplätzen sollen dann wieder erlaubt sein.

Sobald der Wert fünf Tage lang unter 35 liegt, soll der zweite Schritt folgen. Dann sollen der Einzelhandel und Restaurants unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln wieder öffnen dürfen. Auch Theater, Kinos und Konzerthäuser sollen dann für bis zu 250 Gäste wieder öffnen dürfen. Privat sollen im zweiten Öffnungsschritt Treffen mit bis zu zehn weiteren Menschen möglich sein.

Verharrt der Sieben-Tage-Wert über drei Wochen unter 35, sollen im dritten Schritt Treffen mit 15 weiteren Personen erlaubt sein, außerdem auch Bars aufmachen dürfen und Busreisen und Wettkämpfe im Amateursport erlaubt werden. Bleibt der Wert dann weitere drei Wochen unter 35, sollen im vierten Schritt die Kontaktbeschränkungen gänzlich wegfallen. Auch Sportveranstaltungen sollen dann wieder gestattet werden, mit bis zu 500 Besucherinnen und Besuchern drinnen und bis zu 1000 bei Veranstaltungen unter freiem Himmel.

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