Quedlinburg (dpa/sa) - Der Bauernverband Sachsen-Anhalt hat sich gegen eine Aufstockung der Förderung des Ökolandbaus ausgesprochen. Schon jetzt gebe es durch den zusätzlichen Umstellungsanreiz zu viel Ökogetreide auf dem Markt, erklärte Verbandspräsident Jochen Dettmer am Mittwoch in Quedlinburg. Dadurch seien die Erzeugerpreise bereits empfindlich gesunken.

Die Getreidesorte Triticale aus Umstellungsbetrieben nach EU-Biostandard sei zum Beispiel in Magdeburg momentan nicht mehr absetzbar, so Dettmer. Damit könnten auch Umstellungsbetriebe nur konventionelle Preise bekommen. "Die Ausweitung des Ökologischen Landbaus kann nur in dem Rahmen geschehen, wie sich die Märkte dazu entwickeln. Die Schaffung weiterer Anreize durch hohe Umstellungsprämien wäre darum für die Landwirtschaft unverantwortlich", sagte der Verbandspräsident.

Der Bioanbauverband Bioland hatte in der vergangenen Woche gefordert, die Förderung des Ökolandbaus in Sachsen-Anhalt auf die insgesamt beantragten 9568 Hektar auszuweiten. Laut Landwirtschaftsministerium können nach gegenwärtiger Mittelverfügbarkeit jedoch nur 4838 Hektar gefördert werden.