Halle (dpa) - Einen Monat nach Schließung seines Sportgeschäfts in der Hallenser Innenstadt muss sich Doppel-Olympiasieger Waldemar Cierpinski selber Mut und Hoffnung auf bessere Zeiten machen. "Das Wichtigste, was ich als Marathonläufer gelernt habe: Es gibt immer Licht am Horizont, am Ende des Tunnels", sagt der 69-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Geschäftsführer des kleinen Unternehmens ist Cierpinskis Sohn Falk, der jetzt das Online-Geschäft ankurbelt.

Die gesamte Branche leidet derzeit. "Die bestellten Waren kommen ja trotzdem, und in zehn Tagen sind dann die Rechnungen fällig - bei null Umsatz", erklärt Cierpinski junior. "Wir haben wenig Personal und mit 1300 Quadratmetern viel Ladenfläche. Wenn da mal ein Stopp kommt, dann überholen dich die Kosten blitzschnell." Allein die Monatsmiete ist happig: 17.000 Euro.

Etwas Hoffnung macht den Cierpinskis ein Versprechen der Politik. "Sachsen-Anhalt hat 9000 Euro freigegeben, als Unterstützung für ein Vierteljahr", berichtet Waldemar Cierpinski, der 1976 und 1980 olympisches Marathon-Gold für die DDR holte. Eine halbe Monatsmiete. "Das ist ein guter Wille, das ist okay", sagt der Chef. "Aber überleben kann man damit nicht." Sohn Falk gibt sich kämpferisch: "Wir ziehen das jetzt durch!"

Homepage des Sportgeschäfts von Cierpinski

Falk Cierpinski in der Datenbank von World Athletics