Magdeburg (dpa/sa) - Der Umgang mit früheren Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeitern aus Mosambik, die in der DDR tätig gewesen sind, soll in einem Online-Portal und in Gesprächen aufgearbeitet werden. Es solle so Bewegung in die Frage gebracht werden, wie es Respekt und Anerkennung für ihre hier geleistete Arbeit geben könne, erklärte die Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Birgit Neumann-Becker, am Donnerstag in Magdeburg. Es stelle sich die Frage: "War es internationale Solidarität oder Ausbeutung von Arbeitern im sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat DDR?".

Vor 42 Jahren, am 24. Februar 1979, schlossen die DDR und die Volksrepublik Mosambik einen Staatsvertrag, der den Einsatz der Arbeitskräfte regelte - es waren zusammen mehr als 20 000, wie die Landesbeauftragte mitteilte. Die deutsche Wiedervereinigung, aber auch ihre Rückkehr in das afrikanische Land habe für sie viele schwerwiegende Nachteile und Unrecht gebracht. Leistungen seien nicht anerkannt und den Vertragsarbeitern versprochene Lohntransfers vorenthalten worden.

Neumann-Becker habe das Lothar-Kreyssig-Ökumenezentrum der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland darin unterstützt, das Online-Portal www.vertragsarbeit-mosambik-ddr.de zu starten. Dort stünden nun Videos und Tagungsmitschnitte zweisprachig zur Verfügung. Voraussichtlich im Spätsommer und Herbst solle es zwei Runde Tische mit Betroffenen, Expertinnen und Politikern zu dem Thema geben. Zudem würden juristische Gutachten in Auftrag gegeben, die die unklare Situation der Vertragsarbeiter rechtlich bewerten sollten.

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