Magdeburg (dpa/sa) - Eine Unterschriftenaktion zur Sicherung der Schulsozialarbeit in Sachsen-Anhalt bekommt nach Angaben der Organisatoren viel Zustimmung. "Da ist eine ganze Menge in Bewegung", sagte Manuela Knabe-Ostheeren von der Liga der Freien Wohlfahrtspflege der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe viel Zuspruch von Aktionsgruppen vor Ort. Mehrere Bürgermeister und Unternehmen hätten ihre Unterstützung signalisiert. Wie viele Unterschriften bereits zusammen gekommen seien, lasse sich schwer sagen, da überall im Land gesammelt werde. Mitte April soll zusammengezählt werden.

Im Januar hatte ein Bündnis, zu dem auch die Bildungsgewerkschaft GEW, Landeseltern- und Landesschülerrat sowie die deutsche Kinder- und Jugendstiftung gehören, die Aktion gestartet. 100 000 Unterschriften wurden als Ziel ausgegeben. Das Bündnis kritisiert, dass Bildungsminister Marco Tullner (CDU) zwar ein Bekenntnis zur Schulsozialarbeit abgegeben habe, aber noch keine konkreten Taten habe folgen lassen.

Derzeit arbeiten rund 380 Sozialarbeiter an etwa 350 Schulen im Land. Sie stellen eine Verbindung zwischen Schule und Jugendhilfe dar. Unabhängig von den Lehrern sollen sie Kinder und Jugendliche bei Problemen wie Mobbing oder Sorgen in der Familie helfen. Ein Großteil der Stellen wird über ein EU-Projekt finanziert, das Mitte 2020 ausläuft. Der Landtag hat für den Doppelhaushalt 2020/21 33 Millionen Euro für die Fortführung des Programms reserviert. Allerdings sind nach Angaben des Bildungsministeriums mindestens 28 Millionen Euro jährlich nötig - Preissteigerungen nicht inbegriffen.

Tullner will im Verlauf des Jahres ein Konzept mit allen Rahmenbedingungen vorlegen. Landesregierung und Koalitionsfraktionen seien sich einig, dass Schulsozialarbeit auch in Zukunft enorm wichtig ist, hatte Tullner immer wieder betont. Ein Ministeriumssprecher sagte, das Konzept sei in Arbeit. Die Umsetzung hängt davon ab, wie viel Geld im Haushalt zur Verfügung steht.

Dem Bündnis geht es allerdings nicht nur um die Sicherung des Status quo. Es fordert, dass künftig jede Schule einen Sozialarbeiter beschäftigen kann. Das würde eine Verdoppelung der Stellen auf rund 800 bedeuten - und entsprechende Kosten nach sich ziehen. Das Bildungsministerium geht in diesem Fall von etwa 60 Millionen Euro aus, die pro Jahr im Haushalt eingeplant werden müssten.