Leipzig (dpa) - Die Klimaziele sollten nach Ansicht der ostdeutschen Wirtschaft mit Weitsicht und Fingerspitzengefühl umgesetzt werden. "Die Unternehmen stemmen derzeit große finanzielle Herausforderungen durch die Corona-Pandemie, eine Entlastung bei den Energiekosten würde ein wichtiges Signal für die Wirtschaft bedeuten", sagte der Sprecher der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin, Rolf Paukstat.

Der Verband ist gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Veranstalter des am Dienstag beginnenden zweitägigen 9. Ostdeutsche Energieforums in Leipzig. Dort diskutieren Vertreter von Politik, Wissenschaft, Energiewirtschaft und ostdeutschem Mittelstand Lösungen zur erfolgreiche Umsetzung der Energiewende. Das wesentliche Ziel des diesjährigen Energieforums müsse es sein, einen Konsens zwischen den gesellschaftlichen Gruppen zu schaffen, erläuterte Paukstat.

Der Parlamentarische Staatssekretär und Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, spricht über die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sowie über die Wasserstoffstrategie des Bundes. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) diskutiert mit Experten über Wasserstoff als Chance für die ostdeutsche Wirtschaft. Bei Brandenburgs Landeschef Dietmar Woidke (SPD) geht es um den möglichen Durchbruch bei der Energiespeicherung.

Auf dem Abschlussforum diskutiert Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) unter anderem mit Jakob Springfeld, Vertreter der weltweiten Bewegung Fridays for Future, über die Chancen des Umbruchs in den Kohleregionen und das Strukturstärkungsgesetz. "Für die Menschen in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier ist das ein wichtiges Signal und eine große Chance auf eine neue Gründerzeit", sagte Kretschmer. Jetzt komme es darauf an, die Reviere mit Hilfe von Investitionen in Bildung, Forschung und Innovation sowie eine leistungsfähige Infrastruktur zu wirtschaftlich erfolgreichen Industrieregionen zu entwickeln.

Das Ostdeutsche Energieforum ist seit 2011 Denkfabrik und Expertenforum zur Energiewende und beleuchtet die spezifischen Herausforderungen Ostdeutschlands in diesem Prozess. Aufgrund des coronabedingten Hygienekonzepts ist die Anzahl der Gäste in diesem Jahr auf 150 begrenzt.

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