Halle (dpa/sa) - In Halle sind mehr als 500 Plakate mit verunglimpfenden Inhalten sowie den Bildern von Politikern und des vor 13 Jahren in einer Dessauer Gefängniszelle gestorbenen Oury Jalloh aufgetaucht. Die Plakate seien in der Nacht zum Samstag in allen Stadtteilen angebracht worden, teilte die Polizei mit. Auf ihnen seien falsche Behauptungen aufgestellt worden.

Zwei Männer im Alter von 34 und 46 Jahren hatten die Plakate mit Genehmigung aufgehängt. Welche Rolle sie in dem Fall spielen und ob gegen sie ermittelt wird, wollte die Polizei mit Verweis auf die Ermittlungen nicht sagen. Ebenso so offen war, welche Politiker auf den Plakaten zu sehen waren. Es seien auch andere Personen des öffentlichen Lebens abgebildet gewesen, sagte eine Sprecherin.

Laut Polizei waren die Plakate gekennzeichnet, als seien die Jusos die Urheber gewesen. Die Nachwuchsorganisation der SPD verurteilte die Aktion scharf. "Jemand hat sich anscheinend als aktiver Juso ausgegeben, unter falscher Identität eine Genehmigung der Stadt erworben und eine Firma beauftragt, die Plakate zu hängen. Es ist widerlich, wie weit Rechtsextremisten mittlerweile gehen, um politisch engagierte Menschen einzuschüchtern", hieß es in einer Stellungnahme der stellvertretenden Juso-Landesvorsitzenden Franca Meye. Man werde rechtlich dagegen vorgehen, sagte sie.

Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Verleumdung, Urkundenfälschung und möglichen Verstößen gegen das Urheberrechtsgesetz.