Stendal (dpa/sa) - Trotz gestiegener fremdenfeindlicher Straftaten ist die Gesellschaft aus Sicht eines Stendaler Politikpsychologen nicht extremistischer geworden. Vorliegende Zeitreihenanalysen zeigten, dass das Potenzial rechtsextremer Menschenfeindlichkeit seit 15 Jahren schrumpfe, sagte Prof. Thomas Kliche (Hochschule Magdeburg-Stendal) der Deutschen Presse-Agentur. Vielmehr versuche die rechtsextreme Szene mit Brandanschlägen und Kriminalität zu mobilisieren und einen scheinbaren Volkswillen vorzugaukeln.

Er sei jedoch optimistisch, dass auf die Abwehrreaktionen gegen anstehende Veränderungen etwas Positives erwachse. Die Gesellschaft könne sich der Gestaltungsaufgabe nicht mehr entziehen, sagte Klische. Das könnte sie politischer und verantwortungsbewusster machen.