Prora/Berlin (dpa) - Der Inhaber von Block 1 des riesigen Proraer Gebäudekomplexes bei Binz auf der Insel Rügen hat Insolvenz angemeldet. Der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens der Wohnen in Prora Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG wurde durch das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg bekannt gegeben. Zunächst hatte die "Ostsee-Zeitung" am Dienstag darüber berichtet.

Geschäftsführerin Iris Hegerich sagte am Dienstag: "Wir werden alles dafür tun, das Vorhaben zu Ende zu bringen." Ihre Firma wollte den etwa 450 Meter langen Gebäudeteil sanieren und 280 Eigentumswohnungen bauen. Die Arbeiten sind ihr zufolge schon weit fortgeschritten, die meisten Wohnungen verkauft: "Von den 450 Metern sind noch drei zu gehen", sagte Hegerich. Dennoch sei das Bankdarlehen für die Firma nicht verlängert worden. "Ich bin seit 32 Jahren in der Branche, sowas wie in diesem Bauvorhaben habe ich an Widrigkeiten noch nicht erlebt." Auch Entlassungen könne sie nicht ausschließen.

In Prora bauten die Nationalsozialisten einen gigantischen, 4,5 Kilometer langen Häuserblock als "KdF-Seebad". Vier der fünf Blöcke sind in vergangenen Jahren an Investoren verkauft worden. Für den letzten Block soll im Oktober die Entscheidung fallen, wer von zwei Bietern den Zuschlag erhält.

Insolvenzbekanntmachung