Halle (dpa/sa) - Ein Jahr nach dem Fund von zwei toten Babys in einem Tiefkühlschrank beginnt heute in Halle der Prozess gegen den Lebensgefährten der Mutter. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 55-Jährigen Störung der Totenruhe und sexuelle Nötigung vor. Der Mann soll bereits im April 2017 in der Wohnung seiner Lebensgefährtin in Benndorf (Landkreis Mansfeld-Südharz) eine Tüte mit einer Babyleiche im Kühlschrank der Frau entdeckt haben. Den grausigen Fund habe er nicht bei der Polizei gemeldet. Stattdessen soll er die Frau mit seinem Wissen zu sexuellen Handlungen genötigt haben.

Das Baby sei nicht bestattet worden, daher laute die Anklage auch auf Störung der Totenruhe. Der 55-Jährige hat nach Angaben eines Sprechers des Landgerichts Halle bei den Ermittlungen eingeräumt, eine Babyleiche gefunden und nichts weiter unternommen zu haben. Von dem zweiten toten Baby ist in der Anklage gegen den Mann indes bisher keine Rede. Das Landgericht hat zwei Verhandlungstage gegen den Mann anberaumt.