Naumburg/Magdeburg (dpa/sa) - Nach dem Rückzug der Uniklinik Halle im Bieterrennen um das insolvente Burgenlandklinikum pochen mehrere Politiker auf ein aktives Eingreifen des Landes. In der betroffenen Region herrsche große Unruhe, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete und Kreischef im Burgenlandkreis, Rüdiger Erben, am Freitag.

Die schwarz-rot-grüne Landesregierung von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) habe eine Gesamtverantwortung für die medizinische Versorgung. Notfalls müsse eine Beteiligung der landeseigenen Uniklinik am Burgenlandklinikum politisch festgelegt werden, um eine Privatisierung zu verhindern, sagte Erben. Dessen SPD regiert zusammen mit CDU und Grünen in Sachsen-Anhalt.

Auch die oppositionelle Linke forderte ein Engagement des Landes. Es müsse über eine gemeinsame Gesellschaft des Landes und des Burgenlandkreises oder eine indirekte finanzielle Beteiligung nachgedacht werden, teilte Fraktionschef Thomas Lippmann mit. Der für die Unikliniken zuständige Wissenschaftsminister Armin Willingmann (SPD) sieht das anders: Der Vorstand der Uniklinik Halle habe eine Entscheidung getroffen, sagte er. Die sei zu respektieren.

Das Burgenlandklinikum hat 1500 Beschäftigte und Standorte in Naumburg und Zeitz. Es hatte im Herbst Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Seither läuft die Suche nach einem neuen Geldgeber. Die Uniklinik hatte gemeinsam mit dem bisherigen Alleineigentümer, dem Burgenlandkreis, ein Angebot abgegeben, sich aber am Donnerstag aus dem Verfahren zurückgezogen. Begründet wird das mit hohen finanziellen Risiken, die bei einer Prüfung aufgefallen seien.

Die Frist für Bieterangebote ist schon vor Wochen abgelaufen. Ende Januar treffen sich Vertreter der Gläubiger, um über die verbliebenen Konzepte zu beraten. Ob dort eine endgültige Entscheidung fällt, ist einem Sprecher der Klinik-Geschäftsführung zufolge offen.

Bericht der Mitteldeutschen Zeitung