Magdeburg/Halle (dpa/sa) - Sachsen-Anhalt ist überwiegend friedlich und mit weniger Knallerei und Silvestermüll ins neue Jahr gestartet. Diese erste Bilanz zogen Vertreter von Polizei, Stadtwerken und Kommunen am Neujahrstag. Vor allem das Verkaufsverbot für Raketen und Böller habe sich bemerkbar gemacht, sagte ein Polizeisprecher in Magdeburg in der Nacht zu Freitag. Er schätzte, dass 90 Prozent weniger Feuerwerk gezündet wurde als sonst üblich. Auch die Stadt Halle zog ein positives Fazit und meldete: Am Einsatzaufkommen des Rettungsdienstes sei nicht zu erkennen gewesen, dass Silvester sei.

SILVESTERREGELN: Wegen der Corona-Pandemie galten landesweit strenge Beschränkungen, die von einzelnen Kommunen weiter verschärft wurden. So durften nicht mehr als fünf Menschen zusammen den Jahreswechsel feiern, der Verkauf von Silvesterraketen und Böllern war in diesem Jahr untersagt, Vorräte durften jedoch gezündet werden. Wer nach 20 Uhr in der Öffentlichkeit unterwegs war, durfte keinen Alkohol trinken. Die Polizei war landesweit mit zusätzlichen Kräften im Einsatz, um die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren. Zahlreiche Oberbürgermeister, Landräte und Landespolitiker hatten an die Sachsen-Anhalter appelliert, möglichst auf Feuerwerk zu verzichten.

POLIZEIBILANZ: Die vier Polizeiinspektionen im Land meldeten unisono, dass deutlich weniger los war als gewohnt. Im Vergleich zu den Vorjahren sei in der Silvesternacht sehr wenig los gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei in Stendal. In Magdeburg mussten zwar zahlreiche Feiernde daran erinnert werden, dass ein Alkoholverbot gelte und es Kontaktbeschränkungen gebe, lautete das Fazit einer Polizeisprecherin am Freitag. Allerdings hätten sich die meisten Ermahnten einsichtig gezeigt. Lediglich in zwei Fällen sei Anzeige erstattet worden. In mehreren Orten im Land wurde die Polizei auf Silvesterpartys mit deutlich mehr als fünf Besuchern hingewiesen und löste sie auf.

BÖLLERVERBOTE: Viele Kommunen verzichteten darauf, auf belebten Plätzen zusätzliche Böllerverbote zu erlassen, darunter Halle und Magdeburg oder auch der Burgenlandkreis. Allerdings ist wegen der erhöhten Brandgefahr und zum besonderen Schutz seit Jahren verboten, vor Krankenhäusern, Kirchen, Altenheimen - und in der Nähe von Fachwerkhäusern zu knallen. Quedlinburg und Halberstadt untersagen daher jedes Jahr, in ihren historischen Innenstädten Feuerwerk zu zünden - doch nicht jeder hielt sich dran. Es seien deswegen mehrere Ordnungswidrigkeiten angezeigt, teilte die Polizei im Harz mit.

VERLETZTE: Obwohl die Polizei weniger Silvestertrubel verzeichnete, ging es nicht überall glimpflich aus. Im gesamten Süden Sachsen-Anhalts gab es laut Polizei 70 wegen Silvester-Einsätze, bei denen 27 Menschen verletzt wurden - die meisten jedoch nur leicht.

Rabiat ging es beim Streit zweier Frauen in Halle zu: Das neue Jahr war knapp vier Stunden alt, als die beiden mit Bissverletzungen ins Krankenhaus gebracht wurden. Einer Frau wurde ein Stück Lippe abgebissen. Die Hintergründe des Streits waren offen.

Aus Sicht der Stadt Halle war es ein "gutes Silvester". Der Rettungsdienst habe rund 30 Einsätze wegen Stürzen, zu viel Alkohol und Streitigkeiten gehabt, hieß es bei der Pressekonferenz von Stadtchef Bernd Wiegand (parteilos) am Freitag. An der Zahl der Einsätze sei nicht zu erkennen gewesen, dass Silvester war.

MÜLL: Normalerweise ist den Straßen in den Städten am Neujahrstag anzusehen, dass ausgiebig Feuerwerk gezündet und das neue Jahr gefeiert wurde. Die vielen Beschränkungen an Silvester sorgten für vergleichsweise saubere Straßen. Die Stadtreinigung in Halle muss schätzungsweise weniger als die Hälfte des üblichen Müll-Aufkommens von den Straßen kehren, wie die Stadtwerke mitteilten. Auch in anderen Städten wurden die Spuren der Nacht beseitigt.

NEUJAHRSBABYS: Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt konnten kurz nach den Silvesterfeiern bereits die ersten Babys des Jahres 2021 auf der Welt begrüßen. In Halle wurde in der Nacht zum Freitag kurz nach 3.00 Uhr der kleine Rufus geboren, wie das Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara mitteilte. Der gesunde Junge ist 51 Zentimeter groß und bringt es auf stolze 4590 Gramm. Für die glücklichen Eltern sei Rufus das erste Kind. In Burg bei Magdeburg ist das erste Baby des Jahres ein Mädchen. In der Helios Klinik kam die kleine Mary Jane um 3.34 Uhr zur Welt, war 51 Zentimeter groß und wog 3440 Gramm.

Aufzeichnung der Video-Pressekonferenz der Stadt Halle am 1. Januar