Halle (dpa/sa) - 2019 sind das sechste Jahr in Folge mehr Menschen nach Sachsen-Anhalt gezogen als abgewandert sind. Der Wanderungsgewinn lag bei rund 2430 Personen, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Halle mitteilte. Etwa 57 850 Zugezogene hätten rund 55 400 Weggezogenen gegenüber gestanden. Dennoch sei die Bevölkerung um mehr als 13 500 Menschen geschrumpft; der Grund sind zu wenig Geburten.

Der Wanderungsgewinn resultiert vor allem aus Zuzügen von außerhalb Deutschlands - das machte den Angaben zufolge ein Plus von knapp 4100 Personen aus. Die Ausländer, die schon in Deutschland waren, zogen allerdings deutlich häufiger weg aus Sachsen-Anhalt. Der Verlust lag bei rund 2900 Bewohnern. Mit Blick auf die deutsche Bevölkerung gab es im vergangenen einen Wanderungsgewinn von 120 Personen. Die Statistiker wiesen darauf hin, dass die Wanderungsbilanz einen Gewinn von fast 1200 Personen beinhaltet, deren Herkunft oder Ziele ungeklärt blieben.

Die Statistiker warfen einen besonderen Blick auf die deutsche Bevölkerung: Insgesamt hätten im vergangenen Jahr gut 24 900 Deutsche ihren Wohnsitz nach Sachsen-Anhalt gerichtet, rund 24 800 seien ins restliche Bundesgebiet weggezogen. Der Wanderungsgewinn habe bei 120 Personen gelegen. Bei einigen Bundesländern verlor das Land mit Blick auf den Saldo, bei anderen gewann es deutlich: Untem Strich seien vor allem aus Baden-Württemberg (plus 291 Personen), Bayern (plus 281 Personen) und Berlin (plus 174 Personen) mehr Menschen nach Sachsen-Anhalt gezogen, als in die andere Richtung.

Ob es sich um Rückkehrer handelte, habe das Statistische Landesamt nicht feststellen können. Die Altersstruktur deute aber auf einen Zuzug junger Familien hin. Der Wanderungsgewinn habe besonders Menschen zwischen 30 und 40 Jahren betroffen (plus 616 Personen) sowie zwischen 50 und 65 Jahren (plus 536 Personen). Junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren hingegen seien deutlich häufiger aus dem Land fortgezogen als neu hinzugekommen. Durch die Abwanderung habe Sachsen-Anhalt zudem Menschen der Altersgruppe ab 65 Jahren verloren.

Pressemitteilung Statistisches Landesamt