Marienborn/Magdeburg (dpa/sa) - Die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten vor 29 Jahren war am Donnerstag für viele Sachsen-Anhalter ein Grund zum Feiern. Zentraler Ort der Feierlichkeiten am Tag der Deutschen Einheit im Land war der ehemals größte deutsch-deutsche Grenzübergang in Marienborn an der A2. Dort gab es zunächst einen ökumenischen Gottesdienst, zu dem nach Angaben von Gedenkstättenleiterin Susan Baumgartl etwa 350 Gäste gekommen waren. Der Gottesdienst stand unter dem Motto "Wenn dein Kind dich morgen fragt." "Es war sehr bewegend", sagte sie.

Anschließend lud die Gedenkstätte zu einem Fest der Begegnung mit Rundgängen und Zeitzeugengesprächen. Tausende Besucher seien auf dem weitläufigen Gelände unterwegs gewesen. "Die ältere Generation hat oft einen Erlebnisbezug und kommt aus Dankbarkeit und um sich zu erinnern", sagte Baumgartl. "Junge Menschen kommen aus Neugier."

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht sagte in einer auf Instagram veröffentlichten Videobotschaft: "Dass wir diesen Tag feiern können, begann vor 30 Jahren mit Menschen, die mutig waren. Die mit Kerzen in der Hand die Freiheit zurückgeholt haben." Diktaturen gelinge es eben nicht, den Willen und den Wunsch der Menschen nach Freiheit zu unterdrücken, so der CDU-Landesvorsitzende.

Für Stefan Gebhardt, Landesvorsitzender der Linken, ist der Tag der Deutschen Einheit "traditionell geprägt durch schöne Reden." "Während das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung eine Rezession prognostiziert, wird dem Ossi zum 3. Oktober erklärt, dass es ihm viel besser gehe als er oder sie und wir alle annehmen", sagte er laut einer Mitteilung. Die Realität seien jedoch niedrigere Löhne und Renten, eine längere Arbeitszeit und eine schlechtere Arbeits- und Ausbildungssituation als im Westen. Seine Partei werde weiter für die Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West kämpfen, so Gebhardt.

Ort der zentralen Feier zum Tag der Deutschen Einheit ist in diesem Jahr Kiel. Das Fest steht unter dem Motto "Mut verbindet." Es wird mit rund 500 000 Besuchern gerechnet. Sachsen-Anhalt präsentiert sich nach Angaben der Staatskanzlei mit einem Zelt auf der Ländermeile. Dort wollen sich die Tourismusregionen des Landes vorstellen. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), der als Gast in Kiel ist, twitterte am Donnerstagmittag: "Einigkeit, Recht und Freiheit feiern wir heute ebenso wie den Mut der Menschen in Ost und West, die friedliche Revolution geschafft zu haben und den Prozess der Wiedervereinigung andauernd zu gestalten. Darauf sind wir stolz!"

"Mut verbindet" Tag der Deutschen Einheit in Kiel

Ministerpräsident Reiner Haseloff bei Twitter

Videobotschaft von Innenminister Holger Stahlknech bei Instagram

Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn