Magdeburg (dpa/sa) - Mit geballter Kraft aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen will Sachsen-Anhalt gezielter Menschen helfen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können. Dazu wurde am Mittwoch die Landesinitiative "Alphabetisierung und Grundbildung Sachsen-Anhalt" gegründet, wie das Bildungsministerium mitteilte. 17 Partner aus Politik, Wirtschaft, Bildung, Sport und Kultur beteiligen sich demnach.

"Die Gründung ist ein wichtiges gesellschaftliches Signal. Einerseits wollen wir Menschen mit Grundbildungsbedarf aus der Anonymität holen und andererseits brauchen wir auch eine gesellschaftliche Offenheit für diese Thematik", erklärte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). "Menschen mit Defiziten in ihrer Bildungsbiografie dürfen nicht ausgegrenzt werden, vielmehr brauchen sie Unterstützung bei den Bemühungen, sich fortzubilden." Bildungsminister Marco Tullner (CDU) nannte das Ziel, 2019 ein Landesprogramm zu erarbeiten.

Eine Studie aus dem Jahr 2011 hatte ergeben, dass bundesweit 7,5 Millionen Menschen trotz Schulbesuchs nicht ausreichend lesen und schreiben können, um etwa kurze Texte zu verstehen oder Formulare ausfüllen zu können. Für Sachsen-Anhalt wird von etwa 200 000 sogenannten funktionalen Analphabeten ausgegangen.

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