Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalts Gründerszene tut sich deutlich weniger als in den meisten anderen Bundesländern. In einem bundesweiten Vergleich zu Unternehmensgründungen belegt das Land den vorletzten Platz vor Thüringen. Im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2018 hätten sich von 10 000 Erwerbsfähigen hierzulande jährlich 77 Menschen selbstständig gemacht, wie aus Daten der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht. Thüringen hatte dem KfW-Gründungsmonitor nach 74 Gründer vorzuweisen, Sachsen 106.

An der Spitze steht den Angaben zufolge weiterhin Berlin. Dort machten sich im betrachteten Zeitraum von 10 000 Erwerbsfähigen jährlich 193 Menschen selbstständig. Auf Rang zwei folgte Hamburg mit 146 Gründern. In beiden Städten sorgte vor allem die Medien- und IT-Branche mit ihren hohen Anteilen von Freiberuflern für eine starke Gründerszene.

Brandenburg schob sich mit 134 Gründern vom achten auf den dritten Platz nach vorn. Vermutlich strahle die überdurchschnittliche Aktivität in Berlin in die Peripherie der Hauptstadt aus, heißt es im aktuellen KfW-Gründungsmonitor.

Bundesweit haben sich im vergangenen Jahr 547 000 Menschen selbstständig gemacht, das waren 2 Prozent weniger als 2017, wie es hieß. Am Laufen gehalten wurde das Gründungsgeschehen demnach von Frauen. 216 000 Existenzgründerinnen wagten den Schritt in die Selbstständigkeit, das waren 4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der männlichen Existenzgründer sank dagegen um 5 Prozent auf 331 000.