Magdeburg (dpa/sa) - Die Kommunen in Sachsen-Anhalt liegen bei der Erhebung von Steuern im bundesweiten Vergleich im Durchschnitt. Bei Grund- und Gewerbesteuer - den beiden wichtigsten Steuerarten, auf deren Höhe sie direkten Einfluss haben - weichen sie bei den sogenannten Hebesätzen nur wenig von den Durchschnittswerten ab, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Wirtschaftsprüfers EY hervorgeht.

Der durchschnittliche Gewerbesteuer-Hebesatz in Sachsen-Anhalt lag 2019 demnach bei 358 Punkten. In Brandenburg ist er mit 325 Punkten am niedrigsten, am höchsten fällt er in Nordrhein-Westfalen mit 451 Punkten aus, der bundesweite Durchschnitt liegt bei 364. Den höchsten Hebesatz in Sachsen-Anhalt haben Dessau-Roßlau, Magdeburg, Halle, Thale (Landkreis Harz) und Stößen (Burgenlandkreis) mit 450 Punkten, den niedrigsten gibt es mit 211 Punkten in Lützen.

Bei der Grundsteuer B lag der durchschnittliche Hebesatz in Sachsen-Anhalt vergangenes Jahr bei 384 Punkten. In Schleswig-Holstein ist er mit 334 am niedrigsten, am höchsten in Nordrhein-Westfalen mit 546 Punkten. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 380. Unter dem landesweiten Durchschnitt liegen 11 Gemeinden, die einen Hebesatz von 300 Punkten haben, den höchsten Hebesatz gibt es mit 510 in Köthen.

2019 war die Gewerbesteuer die wichtigste Steuerquelle der Kommunen in den Flächenstaaten, die Grundsteuer B die drittwichtigste. Zusammen brachten sie rund 55 Milliarden ein. Die Hebesätze werden dabei von den Kommunen selbst bestimmt. Sie dienen bei der Berechnung als Multiplikator. Ein doppelt so hoher Hebesatz bei der Gewerbesteuer bedeutet beispielsweise, dass ein Unternehmen bei gleichem Gewinn doppelt so viel Gewerbesteuer bezahlen muss.