Kiel (dpa) - Schleswig-Holsteins ehemalige AfD-Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein bedauert den Parteiaustritt des ehemaligen Bundesvorstandsmitglieds André Poggenburg. "Eine neue Gruppierung im konservativen Spektrum könnte die Wahlergebnisse in den mitteldeutschen Ländern beeinflussen", sagte sie am Freitag der Deutschen Presse-Agentur über Poggenburgs Pläne. "Eine Gefahr für die AfD insgesamt sehe ich nicht." Wahlen stehen im Mai zum Europaparlament an und im Herbst zu den Landtagen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen.

Sayn-Wittgenstein hatte zu Jahresbeginn offiziell ihren Rücktritt vom Landesvorsitz bekanntgegeben, nachdem ihr der Bundesvorstand im Dezember die Ausübung des Amtes untersagt hatte. Die 64-Jährige hatte 2014 für einen Verein geworben, der mittlerweile auf der sogenannten Unvereinbarkeitsliste der AfD steht und vom Verfassungsschutz Thüringen als rechtsextremistisch eingestuft wurde. Deshalb wurde Sayn-Wittgenstein am 4. Dezember aus der Fraktion in Kiel ausgeschlossen. Dem Landtag gehört sie aber weiterhin an.