Magdeburg (dpa) - Gedämpfte Vorfreude beim SC Magdeburg. Wenn der Handball-Bundesligist am Dienstag (18.45 Uhr/ehftv.com) in Istanbul bei Besiktas in die European League startet, ist das für die Elbestädter aber vor allem eine Reise ins Ungewisse. "Ich bin gespannt, was es bedeutet, unter Pandemie-Bedingungen diesen Wettbewerb zu spielen", sagt SCM-Trainer Bennet Wiegert. "Wir reisen in ein Risikogebiet und werden Schiedsrichter und Offizielle haben, die aus der Türkei kommen." Geschäftsführer Marc-Hendrik Schmedt betont: "Wir müssen darauf achten, dass die Spieler gesund bleiben."

Auch aufgrund dieser Umstände mochte sich Trainer Wiegert für Europa nicht auf ein Saisonziel festlegen. "Es ist aber kein Geheimnis, dass ich nicht verstehe, dass ein Champions League-Final Four nachgeholt, der EHF-Cup aber abgebrochen wird. Da fehlt mir die Wertschätzung", ärgert sich der Ur-Magdeburger immer noch über die EHF-Entscheidung in der abgebrochenen vergangenen Saison. Nimmt man Kapitän Christian O'Sullivan als Maßstab, geht es für den SCM darum, möglichst weit zu kommen. "Wir sind Profis und wollen schon immer gewinnen", hatte der Norweger vor dem Saisonauftakt gesagt.

Eine "sinnvolle Weiterentwicklung" sieht Geschäftsführer Schmedt in der neuen European League, die anstelle des EHF-Cup eingeführt wurde. "Das ist ein attraktives Format, es gibt eine Zentralvermarktung, man hat zehn garantierte Spiele in der Gruppenphase, kann eine Dauerkarte anbieten - das ist schon Champions League light". Das alles gelte aber eben nur, wenn man die Corona-Pandemie ausblende. Im Normalfall sei eine Gruppe mit Montpellier HB, ZSKA Moskau, RK Nexe aus Kroatien, Alings ås aus Schweden und eben Besiktas auch für das Magdeburger Publikum attraktiv. "Wenn wir normale Zustände hätten, wäre das sicher eine Besserstellung im Vergleich zum bisherigen Wettbewerb", sagt Schmedt.

In der aktuellen Situation jedoch "starten wir komplett ins Ungewisse. Wir wissen nicht, ob die Spiele alle durchgeführt werden können. Dass das ein Abenteuer ist, steht außer Frage", beurteilt Schmedt die Teilnahme am Wettbewerb. Die Bundesliga habe Priorität und müsse unbedingt zu Ende gespielt werden. Auch in Deutschland bewege sich der Handball inzwischen in Risikogebieten. "Wir wollen aber natürlich in beiden Wettbewerben möglichst lange vorn mit dabei sein."

Tatsächlich ist die Partie der Rhein-Neckar Löwen bei Tatabanya in Ungarn bereits abgesagt worden. Auch die für Dienstag angesetzte Paarung Montpellier gegen ZSKA wurde verschoben. Grund sind jeweils positive Coronatests bei den Gastgebern. Das Spiel der Magdeburger in Istanbul findet aufgrund der Corona-Lage vor Ort ohne Zuschauer statt.

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