Magdeburg/Berlin (dpa/sa) - Forstwirte müssen aktuellen Schätzungen zufolge auch in diesem Jahr überdurchschnittlich viele geschädigte Bäume aus Sachsen-Anhalts Wäldern entfernen. Für 2020 erwarten Experten 2,8 Millionen Festmeter Schadholz, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Übersicht des Bundesagrarministeriums hervorgeht. Das ist ungefähr doppelt so viel wie normalerweise regulär in Sachsen-Anhalt als Holzernte eingeschlagen wird. Bis Ende vorigen Jahres summierten sich die Kahlflächen im Land auf 15 300 Hektar. Für dieses Jahr wird damit gerechnet, das 5000 Hektar dazukommen, die wieder aufgeforstet werden müssen. Bundesweit sind es 245 000 Hektar.

Das Bundesministerium weist Sachsen-Anhalt ebenso wie Hessen oder Thüringen als besonders betroffenes Bundesland aus. Seit 2018 müssen sowohl wegen schwerer Stürme und zu wenig Niederschlag als auch aufgrund einer Borkenkäferplage vermehrt abgestorbene oder geschädigte Bäume gefällt und aus dem Wald geholt werden.

Laut Übersicht fielen im Jahr 2018 rund 1,9 Millionen Festmeter Schadholz an. Voriges Jahr war es mit 7,8 Millionen Festmetern sogar die vierfache Menge. Besonders betroffen sind laut Statistik die kommunalen und privaten Waldbesitzer, auf die voriges Jahr fast 90 Prozent der Schäden entfielen. Der Waldbesitzerverband fordert schon länger mehr Unterstützung vom Land. Dabei geht um mehr finanzielle Hilfe, aber auch um einen zentralen Krisenstab, der die Aufräum- und Aufforstungsarbeiten mit begleitet und koordiniert.

Zur Beseitigung der schweren Waldschäden gibt es in den kommenden vier Jahren Millionenhilfen aus einem gemeinsamen Bund-Länder-Topf. Rund 800 Millionen Euro sind eingeplant, hieß es. Mehr als die Hälfte davon soll vom Bund kommen, der Rest von den Ländern.

Mitteilung des Bundesagrarministeriums zu Waldschäden