Halberstadt (dpa/sa) - Der Landesverband der Schulpsychologen sieht die Belastungsgrenze für die Berater deutlich überschritten. In Sachsen-Anhalt gebe es 17 Schulpsychologen, sagte die Verbandsvorsitzende Birka Bergmann am Dienstag. Demnach sei im Schnitt ein Psychologe für rund 14 000 Kinder und Jugendliche da. Empfohlen sei jedoch ein Verhältnis von 5000 Schülern zu einem Schulpsychologen, hieß es. Bildungsminister Marco Tullner (CDU) kündigte bereits an, mehr Stellen schaffen zu wollen, wie das Ministerium mitteilte. Der Verband begrüßte das Vorhaben. Ein Sprecher des Bildungsministeriums konnte am Dienstag keine genauen Stellenzahlen nennen.

Schulpsychologen diagnostizieren unter anderem Lernschwächen, beraten bei Problemen und bilden Lehrkräfte fort. Zudem sind sie bei akuten Krisen im Einsatz. Erst am Freitagabend starb bei einem Zugunglück nahe einer Abitur-Feier in Weißenfels ein 17-Jähriger. Auch bei solchen Vorfällen seien Schulpsychologen im Einsatz, so die Verbandsvorsitzende.