Halle (dpa/sa) - Schwerbehinderte haben vom positiven Trend auf dem Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt weniger profitiert als viele andere. In den vergangenen zehn Jahren seien die Arbeitslosenzahlen insgesamt um die Hälfte zurückgegangen, die der schwerbehinderten Arbeitslosen aber nur um knapp 30 Prozent, teilte die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Halle mit. Anlass ist der "Internationale Tag der Menschen mit Behinderung".

Schwerbehinderte seien im Schnitt zweieinhalb Monate länger arbeitslos, obwohl sie vergleichsweise besser qualifiziert seien. Im Jahresschnitt 2018 seien im Land 3870 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet gewesen, hieß es weiter.

Der Chef der Regionaldirektion, Kay Senius, sagte, Schwerbehinderte seien noch immer mit Berührungsängsten und Vorurteilen beschwert. Ihre Beschäftigung sei eine Frage der Haltung. "Unternehmen nutzen die Fördermöglichkeiten zu wenig oder scheuen vielleicht den Anpassungsbedarf am Arbeitsplatz. Dadurch entgeht ihnen allerdings dringend benötigtes Fachpersonal."

Besonders schlecht steht Sachsen-Anhalt den Angaben zufolge im bundesweiten Vergleich bei der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen da. Nur 3,4 Prozent aller Arbeitsplätze seien im Jahr 2017 mit Beschäftigten aus dieser Personengruppe besetzt gewesen - 0,1 Prozentpunkte weniger als zehn Jahre vorher.

In Sachsen und Rheinland-Pfalz, die auf dem vorletzten Platz des Bundesländervergleichs landeten, waren es je 4,1 Prozent. Der Bundesschnitt lag bei 4,6 Prozent, wie die Regionaldirektion weiter mitteilte.